Durchdacht und optimiert

Um das steigende Produktionsvolumen abdecken zu können, entschloss sich der Südtiroler Hersteller Tip Top Fenster, die vorhandene CNC-Anlage auszutauschen. Binnen wenigen Wochen ersetzte Working Process die vorhandene gegen eine neue, noch leistungsfähigere Komplettlösung.

In Meransen, Südtirol, hoch über dem Pustertal sitzt der Fensterhersteller Tip Top Fenster – mit 115 Mitarbeitern ein bedeutender Betrieb der Region. Die Lage des Unternehmens am Berg bietet eine sehr beschränkte Fläche für Produktionshallen. Die vor gut zehn Jahren angeschaffte leistungsfähige CNC-Anlage des italienischen Herstellers Working Process konnte in jüngster Zeit das steigende Produktionsvolumen nur mehr schwer bewältigen. Also stellte sich für Tip Top Fenster die Frage: „Die Hallen erweitern oder auf vorhandenem Raum den Wirkungsgrad erhöhen?“

Fensteranlage in Rekordzeit ausgetauscht Die Entscheidung fiel zugunsten einer effizienten, aber auch riskanten Lösung: die bestehende Anlage in Rekordzeit gegen eine neue Working Process-Anlage zu ersetzen, die nach wenigen Wochen In- stallationszeit das gesamte Produktionsvolumen abfängt. „Das war keine leichte Übung“, bestätigt Oliver Rihl, zuständig für Vertrieb und Projektabwicklung bei Working Process. Zum zeitlich engen Korsett kamen die beschränkten Platzverhältnisse, der Kundenanspruch einer sehr leistungsfähigen All-in-one-Lösung, aber auch die Bereitschaft zur intensiven und zielorientierten Zusammenarbeit. Getreu den technischen Grundsätzen von Working Process, das Werkstück nur ein Mal zu referenzieren und dann im gespannten Zustand durch die Anlage zu schleusen, entwickelte der Anlagenbauer eine neue Linie: Diese führt in zwei getrennten Stationen zuerst alle Bohrungen und Beschlagsfräsungen durch und erledigt in der Folge die Quer- und Längsbearbeitung. Die Übergabe der Teile erfolgt mit „Manipulatoren“. „Diese transportieren Teile von bis zu 6,3 m Länge ebenso präzise wie kurze Werkstücke mit weniger als 20 cm Länge“, erklärt Rihl. Zwei Vierachs- und zwei Fünfachsmotoren erledigen alle Bearbeitungen in der Bohr- und Frässtation mit 48 Werkzeugplätzen.
Die Querbearbeitung und Längsprofilierung erfolgen in der Logos Live Evo Anlage mit fünf Fräsmotoren á 24 kW, drei davon sind zu beiden Seiten neigbar. Der Werkzeugwechsler bietet 248 Plätze – „genug, um unsere vielfältigen Profilvarianten abzudecken“, wie Tip Top-Geschäftsführer Andreas Rieder ausführt. Die Trennung in zwei Bearbeitungsstationen ermöglicht, sämtliche Zusatzbearbeitungen an bis zu zehn Teilen auszuführen, während eine Gruppe vorgelagerter Teile zeitgleich profiliert wird. So gelingt es, dass aufwendige Fräsungen zeitlich kaum ins Gewicht fallen. „Dadurch kann die Leistung der Anlage für alle Profilsysteme dauerhaft hochgehalten werden“, versichert Rihl. Das Spektrum bei Tip Top Fenster reicht von Holz- und Holz-Alu-Fenster über Schiebe- und Haustüren bis hin zu Rundbogenelementen und Blindstöcken. Alle diese Teile werden am Beginn der Linie aufgegeben, automatisch gekappt, gehobelt, geschliffen und in das WP-typische, intelligente Magazin eingelagert. Dort nimmt die Anlage die optimale Sortierung für eine rationelle Produktion vor. Mit diesem Konzept konnte die Leistung auf demselben Raum um etwa 50 % gesteigert werden. Die Anlage arbeitet nach der Beschickung vollautomatisch – bis hin zur Ausgabe der Fertigteile, die unmittelbar nach der Qualitätskontrolle zu Rahmen verleimt werden. „Wir waren schon mit unserer alten WP-Anlage sehr zufrieden. Für uns kam keine andere Fensteranlage infrage“, meint der technische Leiter von Tip Top Fenster, Arnold Rieder. „Mit der neuen Logos Live Evo können wir unser gesamtes Produktspektrum mit einer CNC-Anlage abdecken und sind sehr flexibel in unserer Fertigung.“ Tip Top Fenster fertigt pro Jahr an Holz- und Holz-Alu Fenstern rund 20.000 Rahmen. Hinzu kommen etwa 600 Hebeschiebtüren und 300 Haustüren.

„Es freut uns besonders, wenn uns bestehende Kunden be-
auftragen, die nächste Herausforderung in ein erfolgreiches Pro-
jekt zu verwandeln“, betont Rihl. Nicht ohne Stolz blickt er auf den österreichischen Markt,
wo Working Process
soeben zwei große Anlagen in Betrieb ge-
nommen hat. Drei weitere werden im Lauf der nächsten Monate installiert.

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